Wofür sonst kein Geld da ist, hilft der Göller-Fonds

ZEIL (gs)    „Tue Gutes und rede darüber“, ein gewisser Walter Fisch, deutscher Politiker der KPD, hat dieses Zitat in die Welt gesetzt. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe Bücher zu dem Thema. Das Wichtigste aber, es gibt Menschen, die danach handeln, wobei das Tun im Vordergrund steht, das Reden hintergründig wird.
Zwei, die seit drei Jahren nach dieser Maxime handeln, sind Eva und Franz-Josef Göller, die vor drei Jahren für ihre Brauerei den „Göller-Hilfsfonds“ gründeten. Ins Leben wurde er gerufen, um außergewöhnliche Hilfen zu leisten, für die es sonst kein Geld von Institutionen oder anderen karitativen Einrichtungen gibt. So war es in der Vergangenheit der Roller für einen Jugendlichen, der damit aus einem Dorf im Steigerwald zur Ausbildungsstätte fahren konnte, oder Blasinstrumente für die Blaskapelle der Lebenshilfe.

Auch in diesem Jahr stiftet die Familie Göller für einen ungewöhnlichen Zweck. Eva Göller erfuhr von ihrer Stadtratskollegin Adelinde Friedrich, die das Jugendamt des Landkreises leitet, von der Finanzierungslücke für den Platz in einer offenen Ganztagsschule. Weder das Jugendamt, noch der Anspruch aus „Hartz IV“ decken diese Kosten, die sich monatlich auf rund 75 Euro pro Kind erstrecken ab. Die Folge, Familien, die ihren Unterhalt ganz über das Arbeitslosengeld II abdecken, haben nicht genug Geld, um ihren Kindern den Besuch einer derartigen Einrichtung, die auch mit einem Mittagstisch gekoppelt ist, zu ermöglichen. Dabei ist es erwiesen, dass die Ganztagsbetreuung nicht nur den pädagogischen Bedarf abdeckt, sondern auch sonst positiv prägend für die Jugend ist. Für Eva und Franz-Josef Göller war deshalb in diesem Jahr klar, aus dem Göller-Hilfsfonds 1500 Euro für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.

Da die beiden Familien, die im südlichen und nördlichen Bereich des Landkreises wohnen, anonym bleiben wollen, überreichte das Ehepaar Göller den 1500-Euro-Scheck in dieser Woche an Adelinde Friedrich und ihre Mitarbeiterin Kathrin Müller, die die Familien betreut, in der Offenen Ganztagesschule in Zeil. Dort werden 20 Kinder von Michael Hemerlein und seinem Team täglich von 13.00 bis 16.30 Uhr umsorgt. Ähnliche Betreuungsangebote gibt es auch in anderen Kommunen. Der Betrag reicht aus, um ein Jahr lang zwei Jugendlichen den Besuch der Ganztagesschule zu ermöglichen.

Franz-Josef Göller, Kathrin Müller Betreuerin / Jugendamt Hassberge, Eva Göller, Adelinde Friedrich / Jugendamtsleiterin


Der Göller Hilfsfonds
wurde 2005
ins Leben gerufen