3. Zeiler Fastenpredigt
...erscht nei die Kirch und dann zum Göller...

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Zeil (wo) „Ich wünsch' euch ein paar vergnügliche Stunden in Zeil, da Haßfurt zur Zeit nicht viel zu lachen hat“, dies war das Ansinnen von Franz-Josef Göller zur dritten Zeiler Fastenpredigt, gehalten von Wilhelm Wolpert, zu der jener Brauereibesitzer zusammen mit seiner Frau Eva in ihren Göllersaal geladen hatte. Einige hundert Zuhörer erlebten einen fröhlichen Abend mit allerhand politischen Spitzfindigkeiten, Geschichten und Gedichten aus Wolperts Büchern und schmissiger Musik vom „Scharfen Blech“ aus Sand. Mit dem Eintrittsgeld unterstützten die Gäste den Göller-Hilfsfonds.

„Geliebte Schwestern, geliebte Brüder, Heut singa ämal ke Lieder, Aber ich hab mir gsacht es iss Fastenzeit, Was predigst da denn deine Leut? Soll ich sa zammscheiß, dass era ke Schuh mehr passt? Oder wern die Weibsleut heut lieber zart angfasst? Na ich such halt , ich wer scho was finden. Ach …. ich predigt äweng über die Faschings-Sündn“ So ging es dann über die Bändigung der Triebe, über Seitensprünge und die man mit Bußübungen vergessen lassen konnte. Vor seinem „Amen“ setzte Wolpert den Satz „So des wars ihr Zeiler Frecker, ihr Männer und Damen . Am Sonntag geht’s erscht nei die Kirch und dann zum Göller – Amen.“

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Doch nun erwarteten die Zuhörer lokale Themen und wie manche Kommunalpolitiker ihr Fett wegbekommen. Er ging auf den Loacker-Betrieb in Wonfurt ein, der viel Staub augewirbelt hatte. „Wir derfm bet, unner Haßfurter Bürgermeister Eck, prophezeit eine düstere Zukunft und und sieht eine dunkle Wolke auf die Kreisstadt zukommen. Net der TV (Turnverein), nä die Wolke von Wonfurt. Sie machen jetzt viel Wind im Rathaus, um die Wolkn wegzublasn.“ Abhilfe für die Bevölkerung Schirme, Hüte Kopftücher. „Sinn scho ä paar krank? Da helfn billige Gögerli (Hähnchen), da sinn die Medikamente scho drin, plus fränkische Medizin – än Göller sei guta Tröpfli.

Überhaupt, der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann wurde mehr geschont als Rudi Eck von Haßfurt. Besonders aufs Korn genommen wurde Zwiespalt mit der CSU-Stadtratsfraktion betreffs des Neubaus des Sportgeländes Eichelsee, für Wolpert ist es 'frühere Schnakenstichstadion'. „Der Rudi Eck is a Knicker, der TV solls bau, net die Stadt. Jetzt bockt er, weil die Stadträt net bürg wolln, also iss er a 'Knickerbocker'. Auf die Frag wie groß die Fraktion iss, hat er gsacht 1,40. Wieso? Sie steht mir bis daher.“ (und deutet auf seinen Hals).
Wieder bei Zeil: „Die ham a Angstloch in ihrem Hexenturm. Ich hab ach eens, des in meinem Zahn. Und mei Folterknecht iss mei Zahnarzt“.

Die Zeiler sollen sich freun auf ihr neues Arbeiterwohlfahrt-Altenheim. Dann kommt eine Livesendung im RTL „Deutschland sucht den grauen Star“. Die Bewohner können einen Geldautomaten benutzen, jedoch mit einer einstelligen PIN, aber mit zehn Versuchen. Jeden Mittwoch ist der Ball der Herzschrittmacher, jeden Freitag Animationsprogramm und am Samstag Reanimationsprogramm.

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Auch die hohe Politik glossierte Wolpert. „Ja die Bundespräsidenten. Der ee is vorerst gscheitert, weil er die Wahrheit gsacht hat (Köhler), und der anner, weil er se net gsacht hat. (Wullf)“ Den Baron zuu Guttenberg scheint man nicht mehr zu kennen „mit seiner trockena Haar. Isser des überhaupt oder iss des ä Plagiat“.

Hilferuf zum Bamberger Reiter: „Kaiser Heinrich steig hernieder, regiere deine Franken wieder. Lass in diesen schweren Zeiten lieber den Seehofer reiten.“
In einem 4. Redeabschnitt begab sich Wolpert in die Tierwelt. Er brach eine Lanze für den ehemaligen Tierheimvorsteher. Es sei ein Gerücht gewesen, dass man den Katzen Silvaner zu trinken gegeben habe, damit sie früh einen Kater haben. Bei den Brieftaubenzüchtern in Haßfurt habe jeder einen„Schlag“ und den 1. Preis der Tierlein habe heuer wieder „die Katz g'holt“.
In einem fünften und letzten Teil wurde Wolpert religiös. Alle bisherigen Pfarrer von Zeil waren irgendwie Ausländer, Rüdenauer, Heßberger, Östreicher und Schwab, alle eher weich, jetzt aber gibt es den Erhart. Alle hatten mehr oder weniger Frauen im Haushalt, „stationär“ oder „ambulant“ und „Pfarrer hamms leicht, sie müssen enthaltsam leben, manche leben den Zölibat enthaltsam.“
Mit dem Friedensgruß in der Kirch „iss so a Gschicht“ denn alla Zeiler gehen nei die Kirch“, man kann sich eine Krankheit von den vielen Bazillen beim Händeschütteln holen.
Mit einem Abendgebet aus seinem Buch „ Lieber Gott, ich schlag vor, wir sagn Du zuänanner“ schloss Wilhelm Wolpert seine Reden.

Es endete ein gelungener, heiterer Abend.

 
Text und Bilder: W. Ortloff, Haßfurter Tagblatt, 5.3.2012



Meiningers International Craft Beer Award 2018

1090 Biere aus 28 Nationen waren im Wettbewerb
- die Brauerei Göller
wurde mit 2 Medaillen
ausgezeichnet:

Rauchbier - GOLD
(das dritte Jahr in Folge)
Kaiser Heinrich Urstoff - SILBER