Hubert Karl hat zum 14. Mal den Spartathlon geschafft – Das härteste Rennen der Welt

ZEIL Das schaffen nur wenige Menschen auf der Welt: Eine Strecke von 246 Kilometern in nur 36 Stunden – nicht mit dem Auto, Motorrad und Fahrrad, nein, nur mit der Kraft der Beine. Hubert Karl aus Zeil ist dies schon oft gelungen. Beim Spartathlon in Griechenland hat der 51-Jährige, der eine private Laufschule betreibt (Informationen dazu unter http://www.vita-mobilis.de/), im September zum 14. Mal das Ziel erreicht.
Der Spartathlon gilt als das härteste Lauf-Rennen der Welt. Er geht einem historischen Vorbild entsprechend von Athen nach Sparta. Wer bestimmte Kontrollpunkte nicht in einer vorgegebenen Zeit erreicht, wird aus dem Rennen genommen. Erschwerend ist die Hitze in Griechenland mit Temperaturen um die 30 Grad. Karl erreichte mit einer Zeit von 34 Stunden und vier Minuten erschöpft aber überglücklich das Ziel.
Am Start waren 320 Läufer aus aller Welt, von denen nur 135 angekommen sind. Hubert Karl über seine Motivation, sich solch einer Strapaze auszusetzen.

Frage: Herr Karl, als ich meinen Kollegen von Ihnen und ihren Lauf von Athen nach Sparta erzählt habe, haben die gesagt: Der ist verrückt. Das war nicht böse gemeint, aber hören Sie so etwas öfter?
Hubert Karl: Klar höre ich das öfter. Aber ich fühle mich nicht als verrückt. Solange ich solche Strecken laufen kann, geht es mir gut.

Aber 246 Kilometer. Das ist eine Strecke beispielsweise von Haßfurt nach München. Da haben Sie sich doch nicht nur gut gefühlt?
Karl: Auch diesmal habe ich mich während des Laufens gefragt, warum ich dies mache. Da kommen dann schon Gedanken wie, das ist das letzte Mal. Das ist dann eine Sache des Willens. Da muss man sich durchbeißen. Im Ziel ist die Euphorie dann grenzenlos. Ich habe noch nie so viele Männer heulen sehen wie dort. Und ich weiß jetzt schon, im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.

Sind Sie die gesamte Strecke gelaufen – oder mussten Sie auch mal gehen?
Karl: Alles ist erlaubt, so lange man im Zeitlimit bleibt. Ich habe auch mal ein Nickerchen gemacht und den Helfern gesagt, sie sollen mich nach zehn Minuten wieder wecken.

Aber ans Aufgeben haben Sie nie gedacht?
Karl: Ich finishe jetzt bereits zum 14. Mal bei 15 Teilnahmen. So eine gute Quote hat niemand. Mit ein paar Unterbrechungen war ich seit 1992 jedes Jahr dabei. Nur einmal habe ich wegen Magenproblemen aufgegeben. Mittlerweile habe ich Erfahrung, wie ich zu laufen und wie ich mich vorzubereiten habe.

Nur ein Läufer, der Finne Seppo Leinonen, hat öfter als Sie den Lauf beendet – nämlich 15 Mal. Ist es ihr Ehrgeiz, ihm den Rekord abzujagen?
Karl: Wissen Sie, wir sind gut befreundet. Er war auch dieses Mal wieder dabei, hat aber aufgegeben. Ich wünsche ihm, dass er ins Ziel kommt. Allerdings ist es schon richtig. Ich strebe an, den Spartathlon möglichst oft zu schaffen. Mal sehen, wie lange das geht.

Der Spartathlon ist aber nicht der einzige Lauf, den Sie machen.
Karl: Ich habe bereits 120 Ultra-Läufe mitgemacht. Als Ultra-Lauf bezeichnet man alle, die länger als ein Marathon sind. Den Lauf von Hiroshima nach Nagasaki habe ich sogar gewonnen. Dieser Friedenslauf ging über 457 Kilometer. Allerdings waren wir zum Schluss nur noch zu zweit, die ins Ziel gekommen sind. Der Lauf wurde mittlerweile eingestellt. Derzeit gibt es drei große Ultra-Läufe in der Welt: neben dem Spartathlon den Bad-Water-Lauf durch das Death-Valley in Kalifornien über 216 Kilometer und den Kirschblütenlauf in Japan über 250 Kilometer. Ich habe als einziger Läufer an allen teilgenommen und bin ins Ziel gekommen und habe sie alle unter 30 Stunden geschafft. Beim Bad-Water-Lauf bin ich auch deutscher Rekordhalter. Der Spartathlon ist allerdings der Härteste.

Was macht diesen Lauf härter als die anderen?
Karl: Er ist absolut unberechenbar. Da ist die griechische Hitze. Zudem sind insgesamt 3500 Höhenmeter zu bewältigen. In der Nacht muss der Sangas-Pass überwunden werden. Da geht es in der Dunkelheit über Geröll. Viele kommen damit nicht klar. Diesmal regnete es dort und viele sind ausgeschieden, weil sie mit der krassen Temperaturabsenkung nicht klar kamen. Auch mir hat sie sehr zu schaffen gemacht. Ich war mit meiner Kleidung nur auf einen Schauer vorbereitet.

So eine Strapaze. Da meint man, dass kann nicht gesund sein?
Karl: Da muss man natürlich reinwachsen. Ich laufe schon seit 25 Jahren und habe bislang noch keine Probleme mit meinen Gelenken oder Knochen gehabt. Man muss dem Körper auch Ruhephasen gönnen. Dies habe ich immer getan. Derzeit laufe ich für vier Wochen mit Ausnahme des Abt-Degen-Laufs an diesem Wochenende gar nicht.

Aber Sie achten sicher sehr auf die Ernährung?
Karl: Das tue ich schon, aber nicht in der Art, dass ich Müsliriegel esse und Powerdrinks trinke. Die können im Wettbewerb helfen, ansonsten sind sie nichts als Geschäftemacherei. Den Spartathlon habe ich mit Hilfe des neuen Energy-Malz von Göller geschafft. Darauf schwöre ich. 25 Flaschen habe ich während des Laufs getrunken. Ansonsten findet man alles, was der Körper braucht, in normalen Lebensmitteln. Wichtig ist, dass man sich mit der Ernährung beschäftigt. Auch gegen ein Hefeweizen am Abend ist absolut nichts einzuwenden.

Das Gespräch führte Klaus Gimmler
Mit freundlicher Genehmigung der MainPost Würzburg


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